einbeinig

die Radschuhe sind inzwischen wieder repariert, aber die abgetretene Kurbel kriege ich nicht alleine wieder hin. Im Internet habe ich nur die komplette Kurbelgarnitur gefunden. Dafür brauche ich garantiert spezielles Werkzeug und etwas Ahnung – abgesehen davon ist das ja auch gar nicht nötig. Mein Rad-Schrauber hat mir jedoch einen einzelnen Kurbel-Arm besorgen können. Zwar von der Nachfolger-Reihe, weil es meine Konfiguration schon gar nicht mehr gibt, aber das ist ja egal; schwarz sind sie alle.
Aber davor muss ich erst noch zum Schrauber hinkommen. Das Rad hat nur eine Kurbel und zwischen uns liegen etwa sechsnhalb hügelige Kilometer. Was solls – ich hab’s probiert!
wenn eine Kurbel am Rad fehlt
Irgendwie geht das schon, aber Spaß macht es echt keinen. Ich weiß halt auch gar nicht, was ich mit dem linken Bein währenddessen machen soll. Ich habe wohl auch etwas Glück gehabt, dass das ganze Ding da unten nicht auseinander gefallen ist, denn wenn die linke Kurbel nicht mehr dran ist, hätte man die rechte, inkl. der Achse, auch “einfach” so rausnehmen können. Es hat sich aber nur ein bisschen nach außen bewegt, gerade so, dass ich nicht mehr aufs große Kettenblatt schalten konnte.
Danach bin ich dann gleich mal noch eine kleine Feierabend-Tour mit beiden Pedalen gefahren. Yeah!

Rad-Schuhe mit abgenutzten Cleats

nach dem ich beim aktuellen Rennrad die linke Kurbel abgetreten habe, versuchte ich noch ca. 5km mit einem Bein weiter zu fahren. Das war ziemlich anstrengend und macht auch überhaupt keinen Spaß. Eine Woche später bin ich dann mit dem Ersatz-Rad gefahren und dort habt der rechte Rad-Schuh gar nicht mehr “eingeklickt”. Das war zusätzlich nervig, da ich auf diesem recht alten Rad vorne nur normale Kettenblätter (53/40 Zähne im Vergleich zu modernen Kompakt-Kurbeln mit 50/34 Zähnen) und hinten wenige und kleine Ritzel habe, zusätzlich dazu noch eine Rahmenschaltung, die mich ziemlich schalt-faul macht. Das ist nicht mal nur Faulheit, denn wenn man nicht sehr vorausschauend fährt (oder eben nicht weiß, dass die Routenberechnung auf einmal eine Kurve macht und mich den Berg hochschickt) müsste man am Berg den Lenker loslassen und irgendwie unter Volllast einen besseren Gang finden. Nicht unbedingt trivial.
Wieder zuhause angekommen habe ich mir die Pedale mal genauer angeschaut um rauszufinden, ob die vielleicht irgendwie kaputt sind; habe dort aber nichts gefunden.
Also habe ich die 15 Jahre (??) alten Rad-Schuhe mal genauer angeschaut. Mit diesen bin ich auch schon den ein oder anderen Kilometer gelaufen, als ich mal Plattfüße und kein Flickzeug dabei hatte oder unbefahrbare Wege vor mir waren.

Diese Metall-Plättchen, auch Cleats genannt, die die Verbindung zwischen den Schuhen und den Pedalen sind, sahen ziemlich abgenutzt aus. Vor allem, wenn man die sonstige Feinmechanik am Rad kennt, bei der eine halbe Schrauben-Umdrehung meist schon zuviel ist.
Hier auf dem Bild ist links ein solches neues Plättchen, rechts das eigentlich identische aber schon ziemlich abgenutzte.
Seit die neuen Plättchen dran sind, kann ich jetzt auch wieder Vollgas geben! ;~)

sehr abgenutzte Cleats in der Seiten-Ansicht

sehr abgenutztes Cleat zum Vergleich mit einem Neuen in der Seiten-Ansicht

über Radwege in Stuttgart

auf twitter brachte ich heute in einer Diskussion die Stuttgarter Heilbronner Straße ins Spiel. Das ist ein Bundesstraße (B27), die mit jeweils zwei Spuren in jede Richtung den Stuttgarter Norden mit dem Zentrum verbindet, dazwischen führen noch Schienen der Stadtbahn.
Auf dieser Straße soll man nach Wunsch der Stadt Stuttgart vermutlich nicht mit dem Fahrrad fahren, daher ist zumindest in Richtung Stadt-auswärts ein benutzungspflichtiger Radweg in beide (!) Richtungen angeordnet. Das wurde mir nicht geglaubt und mit alten google Streetview-Bildern versucht, meine Aussage zu widerlegen. Also habe ich heute die Kamera geschnappt, mich aufs Rad gesetzt und berichte von dort.
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Sprachatlas

anhand von 24 Fragen im Stil von “Wie heißt das Endstück von einem Laib Brot o.ä.?” wird beim Sprach-Atlas analysiert, wie Du sprichst. Und daraufhin werden fünf wahrscheinliche Orte angezeigt, an denen Du leben könntest.
Bei mir (bereits seit fast 10 Jahren in Stuttgart) sind es:

  • Helmstedt
  • Buxtehude
  • Wolfenbuettel
  • Nienburg (Weser)
  • Celle

Diese sind alle in der Nähe von Hannover, wo meine Mutter herkommt. Der Apfel fällt offenbar tatsächlich nicht weit vom Stamm. Und scheinbar ist da eine gewissen schwäbisch-phobie in mir drin – hätten sie aber nach einer Oberbekleidung gefragt, hätte ich definitiv mit “Kidd’l” geantwortet! ;~)

meine Auswertung des Sprachatlas-Tests

meine Auswertung des Sprachatlas-Tests

 

Baden-Württemberg im “Neuland”

heute bin ich über einen Tweet der Landesregierung BW gestoßen, bei der sie meinten, dass sie den Rad- und Fussverkehr, sowie den ÖPNV “massiv” fördern würden. Dazu wurde dann noch die Zahl von 27,5Mio€ für das Jahr 2015 genannt. Klar, 27,5Mio€ sind eine ganze Stange Geld, wenn so ein Lotto-Jackpot ansteht, dann spiele ich da auch gerne mal mit, weil ich damit einiges sinnvolles anfangen könnte. Wenn man diese Menge Geld für diese drei, doch recht verschiedenen Arten aufteilen muss bleibt nicht mehr so viel übrig. Und wenn man dann noch überlegt, dass es für das komplette Land Baden-Württemberg sein soll, ist das doch eher ein Tropfen auf den viel-besagten heißen Stein. Nebenbei bemerkt hatte das Land Baden-Württemberg im Jahr 2015 einen Haushalt von etwa 43,5Mrd€. Somit habe ich ausgerechnet, dass BW 0,06% des Haushaltes für Fahrräder, Fussgänger und ÖPNV ausgibt.
Und auch hier frage ich mich wieder: Wenn man das als “massive Förderung” verkaufen will -meinen die das dann echt ernst oder ist da eine riesengroße Priese Ironie dabei? Oder wissen sie es nicht besser und sind von der Zahl 27,5Mio€ beeindruckt?

Nebenbei: Ja, der ganze Haushalt ist veröffentlicht. Entweder aufgeteilt in 16 Einzelpläne oder als ein einziges Dokument mit 4330 Seiten (hier, diese Seite hat sogar noch “frames”, die habe ich ja schon laaaaange nicht mehr gesehen). Man bekommt damit alle Daten, die man haben möchte, so z.B. auch den kompletten Haushalt, wenn man da lang genug durchscrollt und die Ein- und Ausgaben aller Einzelpläne zusammenrechnet.
Allerdings “können wir [in BW] doch alles”, oder? Schon mal einen Blick ins benachbarte Bayern geworfen? Die haben den kompletten Haushalt für jedes Jahr auf “Offener Haushalt” veröffentlicht. Die letzte (und einzige) Info von BW ist dort von 2010 (was so ungefähr zu den verwendeten “frames” der statistik-bw Seite entspricht).

Fahrrad-Polizei, erstes Treffen

letztens habe ich irgendwo gelesen, dass sich jemand darüber gewundert hat, dass er/sie die Fahrrad-Polizei in Stuttgart noch nirgends gesehen hat; dabei soll es die doch schon seit einem Jahr geben. Abgesehen davon, dass die ihre Räder laut Statistik quasi nicht bewegen, habe ich damals geantwortet, dass das doch ein gutes Zeichen ist. Denn die Fahrrad-Polizei wird definitiv (was andere Städte schon bewiesen haben) ein primäres Augenmerk auf Radfahrer haben.

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RTF Magstadt

letztes Jahr bei miserablem Wetter bin ich noch den kurzen, 200km-Marathon mitgefahren. Damals allerdings nicht mit dem Rennrad (keine Schutzbleche und vermutlich echt schlechte Haftung bei nasser Straße). Dieses Jahr habe ich mir dafür “nur” die 160km Strecke ausgesucht, was hauptsächlich an der Startzeit lag; diese Tour konnte man bis 9Uhr morgens starten, für den Marathon hätte ich spätestens um halbacht in Magstadt sein müssen. Sowas schaffe ich nicht mal unter der Woche, am Wochenende – wenn mich dann auch noch so eine Radtour erwartet – sowieso nicht.

Pünktlich um fünf vor neun war ich dann mit einer kombinierten S-Bahn und Rennrad-Anreise dort und konnte starten. Außer dass es recht kühl war (schließlich ist ja immerhin Sommer), war alles ganz in Ordnung. Soweit sogut – als ich allerdings nach ca. 130km in das Würmtal eingebogen bin, hat sich irgendwas recht komisch beim Treten angefühlt. Also sofort anhalten und ein Blick auf Kette, Umwerfer und Schaltwerk geworfen – alles sieht gut aus. Beim Aufsteigen immer noch sehr komisch, jetzt sehe ich, dass die Pedale in der – eigentlich nur für Uhren typischen – “10 vor 10” Stellung sind.
So ein Mist! Dabei wäre dieses Würmtal, gerade beim vorherrschenden (Rücken-)Wind, gegen den ich auf langen Strecken der restlichen Tour ankämpfen musste, sozusagen das “Sahnestück” dieser Tour gewesen. Ich versuche es noch knapp fünf Kilometer alleine mit dem rechten Pedal weiterzukommen, aber das müsste ich noch weitere 30km schaffen – unmöglich.
kaputte Shimano 105er Radkurbel, durchgetreten....
Also nochmal absteigen und überlegen, was zu tun ist. Offenbar sind die Zähne in der Kurbel alle ab, daher versuche ich einfach die beiden Schrauben so fest wie möglich zu ziehen, dass durch eine Klemmung vielleicht meine unglaublichen Kräfte auf die Antriebswelle übertragen werden können. Dazu versuche ich noch, recht langsam und ohne viel Kraft auf dem linken Pedal weiterzufahren.
Das hat dann letztendlich geklappt, ich bin so noch die restlichen 30km der Tour + ca. 25km Heimfahrt (nur um die 200km noch voll zu machen) wieder daheim angekommen, bin aber von Shimano ziemlich enttäuscht. Auf einem Rad, das gerade mal dreinhalb Jahre alt ist, hätte ich so einen existentiellen Ausfall echt nicht erwartet.
P.S. Eine RTF ist eine ausgeschilderte Radtour ohne Renn-Charakter (d.h. keine Zeitmessung), auf der es alle ca 40km sogar Verpflegungsstellen gibt. (mehr dazu z.B. bei wikipedia)
Mein Tipp: einfach mal mitfahren!
Das meine ich übrigens, wenn ich in Eure Poesie-Alben “Radfahren” unter Hobbys schreibe.
Alle Termine für Deutschland sind hier (vermutlich eine meiner meistbesuchten Seiten).
P.P.S. vielleicht schlummern in mir ja doch irgendwelche Superkräfte, schließlich ist das nicht das erste Mal, dass ich eine Kurbel abgetreten habe….